"Wir wollen nichts dem Zufall überlassen"

beachvolleyball players Doppler/Horst wearing J. Athletics sunglasses

Österreichs Beach-Volleyball Star Clemens Doppler kämpft aktuell um seine 4. (!!!) Olympia-Teilnahme. Dabei will der gebürtige Oberösterreicher gemeinsam mit Langzeit-Partner und Verteidigungsgenie Alex Horst nichts dem Zufall überlassen. 

Corona hat im letzten Jahr viel verändert. War es aus deiner Sicht gut oder schlecht für euch, dass die Olympischen Spiele verschoben wurden?

Clemens Doppler: Für uns war die Verschiebung nicht gut. Erstens sind wir nicht mehr die jüngsten Spieler und so nagt der Zahn der Zeit natürlich ein wenig. Wir haben die Zeit zwar sehr gut genützt, vor allem um gerade im athletischen und mentalen Bereich noch besser zu arbeiten, aber ein Jahr früher wäre für uns sicher besser gewesen. Zweitens sind durch Corona viele Turniere weggefallen, die wir dringend gebraucht hätten, um uns direkt über die Weltrangliste für Olympia zu qualifizieren. Diese Turniere sind nun weg und kommen auch nicht wieder, wodurch die Chancen natürlich nicht größér geworden sind. Das einzig wirklich Gute an der Verschiebung war, dass ich seit Jahren wieder richtig viel zu Hause war und so sehr viel mehr Zeit für meine Familie hatte. Das ist schon sehr viel wert.

Wie wollen Doppler/Horst es trotz der schwierigen Umstände noch nach Tokio schaffen?

Clemens Doppler: Über die Weltrangliste gibt es noch eine minimale Chance. Wir müssten dafür aber bei den meisten Turnieren, die jetzt noch zur Qualifikation zählen, zumindest in die Top 5 vorstoßen und obendrein sollten unsere direkten Konkurrenten patzen. Realistisch ist das eher nicht. Die größere Chance sehen wir über den Continental Cup, einem Format ähnlich zum Davis Cup im Tennis. 2 Teams pro Nation treten dabei jeweils gegen 3 andere Nationen an und die Siegernation steigt in die nächste Runde auf. Wenn wir uns innerösterreichisch gegen Ermacora/Pristauz und Seidl/Waller durchsetzen können, hätten wir noch dazu Heimvorteil. Denn die nächste und vorletzte Runde des Continental Cups findet in Baden bei Wien statt. Mit den heimischen Fans im Rücken geht es oft leichter, das haben wir auch schon bei der WM 2017 in Wien gemerkt. Unsere WM Silber Medaille verdanken wir auch zu einem gewissen Teil unseren Fans.

Doppler/Horst WM 2017 © Jörg Mitter

 

Wie hat sich durch Corona euer Training verändert?

Clemens Doppler: Viele Teams haben die Corona Unterbrechung dafür genutzt athletische Defizite auszumerzen. Das haben wir natürlich auch gemacht, aber bei uns stand eher die Verletzungs-Prophylaxe im Vordergrund. Unser Balltraining hingegen hat sich im Umfang und den Inhalten kaum geändert. Allerdings haben wir viel weniger Freiluft-Trainingseinheiten gehabt. Das ist auch der Grund warum ich verhältnismäßig blass bin für Februar. Die Reisebeschränkungen durch Corona haben sich leider stark ausgewirkt und wir konnten einfach nicht im gewohnten Ausmaß im sonnigen Ausland trainieren.

 

"Man bereitet sich 4 Jahre auf ein Großevent, wie die olympischen Spiele vor, ordnet alles andere im Leben diesem Ziel unter und dann ist plötzlich alles vorbei"

Clemens Doppler

 

Wie habt ihr trotz des Ausfalls vieler Turniere den Fokus gehalten?

Clemens Doppler: Mich hat das Ganze ein bisschen an 2004 erinnert. Man bereitet sich 4 Jahre auf ein Großevent, wie die olympischen Spiele vor, ordnet alles andere im Leben diesem Ziel unter und dann ist plötzlich alles vorbei. 2004 waren wir bereits fix qualifiziert und 1 Monat vor Olympia, erlitt ich einen Kreuzbandriss. Mit einem Schlag war der Traum Olympia vorbei. Dieses Mal hat Corona uns allen einen Strich durch die Rechnung gemacht, somit ist es natürlich nicht ganz das Gleiche. Wie schon 2004 war es aber auch dieses Mal wichtig, das Beste aus der Situation zu machen, nicht zu hadern und den Blick nach vorne zu richten. Das Zauberwort ist Aufmerksamkeitssteuerung. Viel zu oft vergeudet man Zeit damit auf Dinge zu fokussieren, die man nicht beeinflussen kann, anstatt dort Energie zu investieren, wo man etwas zum Positiven ändern kann. Das ist uns, glaub ich, als Team sehr gut geglückt. Da spielt natürlich unsere große Erfahrung eine wesentliche Rolle. 

Ist euer Teamgefüge durch die Krise gar nicht belastet worden?

Clemens Doppler: Nein das Teamgefüge hat zu keinem Zeitpunkt gewackelt. Wir waren und sind ja alle in der gleichen Situation. Die Belastung ist aber auf finanzieller Ebene gestiegen. Es gab lange eine große Unsicherheit. Was werden die Sponsoren und Partner machen? Können wir unser professionelles Umfeld aufrechterhalten? Hier können wir im Nachhinein nur sagen, dass wir sehr viel Glück gehabt haben. Unsere Sponsoren haben uns allesamt die Stange gehalten. Ich bin mir sicher, dass es da nicht allen in unserer Sportart so ergangen ist.

 

"Man muss sowieso denken, also warum nicht positiv"

Clemens Doppler

 

Was würde dir unter diesen schwierigen Bedingungen eine Qualifikation zu den olympischen Spielen 2021 bedeuten?

Clemens Doppler: Die Qualifikation zu den olympischen Spielen ist immer etwas Besonderes. Es ist das Höchste, das man erreichen kann. Wenn wir es heuer schaffen, wäre es sicher nochmal ein wenig spezieller, da wir mit Sicherheit den schwierigsten Bedingungen unserer Karriere gegenüberstehen. Bis zum Stichtag der Qualifikation ist der Gedanke einfach, dass wir es auch dieses Jahr schaffen werden. Man muss sowieso denken, also warum nicht positiv.

Clemens Doppler cheers © Jörg Mitter

 

Wird Doppler/Horst auch noch Olympia 2024 anstreben?

Clemens Doppler: Die olympischen Spiele 2024 finden in Paris statt - direkt vor dem Eifelturm, eine unglaublich lässige Location. Das würde ich natürlich gerne miterleben. Jetzt liegt der Fokus aber auf 2021, wir haben auch teamintern noch nicht darüber geredet und das wäre auch völlig falsch. Möglich ist aber alles! Der US-Amerikaner Jake Gibb beispielsweise ist 44 und wird sich dieses Jahr wieder für Olympia qualifizieren. Aber wie gesagt, jetzt geht es ausschließlich nur darum was heuer passieren soll und danach werden wir uns an einen Tisch setzen und schauen, welche Ziele wir noch gemeinsam erreichen wollen.

Warum der Wechsel zu J. Athletics?

Clemens Doppler: Wir wollen einfach nichts mehr dem Zufall überlassen. J. Athletics entwickelt Sonnenbrillen auf Basis des Know-Hows von Top-SportlerInnen und setzt nur hochwertige Komponenten ein. Eine bessere Sportsonnenbrille gibt es nicht. Das haben wir von Sekunde 1 sofort gemerkt. Wir haben die Brillen bereits bei unserem Trainingscamp auf Teneriffa getestet und waren begeistert. Auch der Style der Brillen ist extrem trendy und Alex und ich wurden von vielen Menschen angesprochen. Es freut mich auch sehr, dass mit der Partnerschaft auch eine alte Freundschaft wieder auflebt. Ich durfte mit Mike Kofler den Erfinder von J. Athletics schon vor einigen Jahren zusammenarbeiten und schon damals konnte ich seine Leidenschaft für die perfekte Sonnenbrille spüren. Last but not least dürfen wir auch unser eigenes Modell gestalten, wodurch wir noch mehr rausholen können und natürlich macht es uns auch ein wenig stolz.

Clemens, vielen Dank für das tolle Gespräch und die spannenden Einblicke in dein sportliches Leben. Wir wünschen dir und Alex alles Gute für die Olympia Qualifikation.

 


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